Egal ob eine noch nicht abbezahlte Immobilie aufgrund der hohen Nachfrage oder wegen eines Wohnortwechsels verkauft werden soll, müssen Kreditnehmer immer mit der sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung rechnen. Da das Kreditinstitut bei einer vorzeitigen Ablösung der Baufinanzierung nicht die kalkulierten Zinsen erhält, müssen Kreditnehmer die Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen.

Wissenswertes über die Vorfälligkeitsentschädigung

Die Vorfälligkeitsentschädigung, abgekürzt: VFE, bezeichnet ein Entgelt, das bei einer außerplanmäßigen Rückzahlung eines Kredites während der Zinsfestschreibung anfällt. Die VFE ist mit einer Kündigung des Darlehens durch den Kreditnehmer gleichzusetzen. Durch eine vorzeitige Ablösung eines Immobilienkredites entgehen der Bank üblicherweise Zinsen. Die Vorfälligkeitsentschädigung fällt auch für Darlehen an, die vom Kreditnehmer nicht abgerufen werden. Das derzeit niedrige Zinsniveau lässt die Entschädigungen dabei leider besonders hoch ausfallen.

Wie hoch fällt die Vorfälligkeitsentschädigung aus?

Die Vorfälligkeitsentschädigung kann durchaus im fünfstelligen Bereich angesiedelt sein. Vor einer Ablösung eines Hypothekendarlehens sollten Kreditnehmer daher genau kalkulieren, welchen Betrag sie als Entschädigung zahlen müssten. Hierzu gibt es diverse Rechner im Internet. Kalkuliert wird hier der dem Kreditgeber entstehende Zinsausfallschaden. Bei der Aktiv-Aktiv-Methode fließt auch der Zinsmargenschaden in die Berechnung mit ein.

Vorzeitige Kündigung kein Standard

Wer einen Immobilienkredit vorzeitig ablösen will, sollte bedenken, dass Banken grundsätzlich nicht dazu verpflichtet sind, grundpfandrechtlich besicherte Darlehen vorher auslaufen zu lassen. Das gilt während der Zinsfestschreibungszeit. Die Möglichkeit, das Darlehen eher zurückzunehmen, besteht in Einzelfällen jedoch, wenn die Immobilie veräußert werden soll.

Alternative Sondertilgung

Die Option, eine Sondertilgung im Kreditvertrag zu vereinbaren, stellt nur bedingt eine Alternative zur vorzeitigen Ablösung mit Vorfälligkeitsentschädigung dar. Dennoch gibt es die Möglichkeit, Sondertilgungen in ein Baudarlehen mit aufzunehmen. Hierbei kann beispielsweise eine jährliche Sondertilgung im Rahmen von fünf bis zehn Prozent der Darlehenssumme vereinbart werden. In diesem Fall kann der Kreditnehmer sein Darlehen auf Wunsch deutlich schneller ablösen. Für Baufinanzierungen ist grundsätzlich die Vereinbarung einer langfristigen Zinsfestschreibung üblich, an die man gebunden ist, wenn man sich nicht für einen Verkauf mit Vorfälligkeitsentschädigung entschließt.

Es geht auch ohne Vorfälligkeitsentschädigung

Wenn ein Immobilienkredit nach zehn Jahren mit Zinsbindung gekündigt wird, fällt die VFE nicht an. Im Anschluss kann die Baufinanzierung durch den Kreditnehmer mit einer Frist von sechs Monaten gekündigt werden, ohne dass die Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden muss. Wer seine Immobilie also schon ein paar Jahre abbezahlt hat, sollte die Frist von zehn Jahren abwarten, um die Zahlung einer Entschädigung für eine vorzeitige Ablösung zu umgehen.

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