Titelseite amtlicher Bescheid über Grunderwerbsteuer

In den letzten Jahren haben sich wieder viele deutsche Bürger ihren Traum vom Kauf einer Immobilie erfüllt. Zu den Kosten des Immobilienerwerbs gehören der Kaufpreis für das Grundstück, das Haus oder die Wohnung und einige Nebenkosten, darunter die Grunderwerbsteuer.

Hier entsteht Grunderwerbsteuer

Der Fiskus verdient bei jedem Kaufvertrag von inländischen Immobilien mit, also beim Erwerb von Grund und Boden, von bebauten Grundstücken und von Eigentumswohnungen. Auch Grundstückskäufe mit Erbbaurecht oder der Kauf von Gebäuden, die auf fremden Grundstücken stehen, unterliegen der Grunderwerbsteuer. In der Regel sind Immobilienverkäufe nicht umsatzsteuerpflichtig - dafür wird Grunderwerbsteuer erhoben. In Deutschland regelt das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) diese Steuerfälle. Eine Ausnahme gibt es nur für Grundstücke, die vererbt oder verschenkt werden. Hier entfällt die Steuer, es gilt das Erbschaftsteuer- bzw. Schenkungssteuergesetz. Ebenfalls unversteuert bleiben Immobilienverkäufe unter Verwandten ersten Grades, zum Beispiel wenn der Vater an den Sohn das Familienhäuschen verkauft.

Die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer

Grundlage für den Immobilienverkauf ist ein notariell beglaubigter Vertrag. Ist dieser rechtswirksam geworden, ist auch die Steuer auf den Grunderwerb fällig. Grundlage für ihre Berechnung ist der vertraglich vereinbarte Kaufpreis. Hinzu kommen eventuell noch übernommene Darlehensverpflichtungen, Grundstückbelastungen (wie etwa Wohnrechte) oder die Verpflichtung zum Erbbauzins. Dabei hilft es auch nicht, den Preis für den Grund- und Boden und für das Gebäude gesondert auszuweisen - berechnet wird die Steuer auf dem Gesamtwert. Es lohnt aber, im Kaufpreis nicht fest verbundene Bestandteile der Immobilie separat auszuweisen - wie das Gartenhäuschen, die Außensauna oder Markisen. Diese gehören steuerlich nicht zum Gebäude, es wird keine Grunderwerbsteuer darauf erhoben.

Steuerempfänger sind die Bundesländer

Die Grunderwerbsteuer zählt in Deutschland zu den Landessteuern. Bis zum Jahr 2006 erfolgte die Besteuerung mit einem einheitlichen Steuersatz, zuletzt waren es 3,5 Prozent. Heute ist ihre Höhe von Bundesland zu Bundesland verschieden, in den letzten Jahren ist die Grunderwerbsteuer fast überall deutlich angehoben worden. Nur in Bayern werden noch 3,5 Prozent berechnet, die meisten Bundesländer erheben zurzeit 5 bis 6,5 Prozent Steuern auf die Immobilienkäufe.

Wer zahlt die Steuer

Nach Gesetz sind der Immobilienverkäufer und der Erwerber gemeinsam zur Zahlung der Grunderwerbsteuer verpflichtet. Die meisten Kaufverträge übertragen jedoch die Zahlungsverpflichtung an den Käufer der Immobilie. Diese erhalten vom örtlich zuständigen Finanzamt einen Bescheid für die Grunderwerbsteuer. Die Zahlungsfrist sollte eingehalten werden, denn erst wenn der Steuerbetrag eingegangen ist, erhält der Käufer die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Diese ist Voraussetzung für das Eintragen des Erwerbvorganges in das Grundbuch - dem amtlichen Nachweis für den rechtmäßigen Eigentumsübergang.

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