Die Grunderwerbsteuer wird zu den Kaufnebenkosten gezählt und hat sich in den letzten Jahren vielerorts fast verdoppelt. Zu Beginn des kommenden Jahres wird es nun für Immobilienkäufer in Thüringen noch einmal teurer: die Grunderwerbsteuer steigt von fünf auf 6,5 Prozent. Auch in Baden-Württemberg war eine Anhebung der Grunderwerbsteuer im Gespräch, ist jetzt aber zumindest für das Jahr 2017 wieder vom Tisch.

Entwicklung der Grunderwerbsteuer seit 2006

Bis August 2006 war die Grunderwerbsteuer in allen Bundesländern einheitlich und lag bei 3,5 Prozent des jeweiligen Kaufpreises. Bis ins Jahr 1996 zahlten Käufer einer Immobilie sogar nur zwei Prozent. Seit September 2006 können alle Bundesländer die Höhe des Steuersatzes nun selber festlegen und haben mehrheitlich bereits Gebrauch davon gemacht. In einigen Bundesländern wurde die Steuer seit 2006 bereits mehrfach angehoben und schwankt heute je nach Standort zwischen 4,5 und 6,5 Prozent.

Wo der Hauskauf noch günstig ist

Die Bundesländer Bayern und Sachsen haben ihre Grunderwerbsteuer seit 2006 noch nicht erhöht. In beiden Ländern zahlen Hauskäufer weiterhin 3,5 Prozent beim Erwerb einer Immobilie. Damit sind Bayern und Sachsen heute, zumindest was die Grunderwerbsteuer betrifft, die beiden günstigsten Standorte aus Käufersicht.

Einnahmen durch die Grunderwerbsteuer

An der Grunderwerbsteuer verdienen die jeweiligen Bundesländer, in denen eine Eigentumswohnung oder ein Haus veräußert wird. Im Jahr 2006 spülte die Grunderwerbsteuer insgesamt 6,1 Milliarden Euro in die Kassen. Im Jahr 2013 waren es bereits 8,4 Milliarden, was einem Plus von mehr als 13 Prozent entspricht. Für den Anstieg der Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer ist auch der Immobilienboom der letzten Jahre verantwortlich.

Grunderwerbsteuer in Zusammenhang mit Finanzierungen

Die überwiegende Anzahl von Immobilien wird mit einem Baukredit bzw. Darlehen finanziert. Ein Anstieg der Kaufnebenkosten wirkt sich dabei natürlich auch auf die Finanzierung aus: der Hauskauf wird teurer. Um höhere Kaufnebenkosten aufzubringen, müssen Interessenten im Vorfeld mehr Eigenkapital ansparen. Damit wird der Hauskauf nach Hinten verschoben. Eine weitere Möglichkeit bietet die Finanzierung über das Darlehen, was bedeutet, dass Häuslebauer einen höheren Kredit aufnehmen müssen. Die Kosten beim Hauskauf lassen sich ansonsten nur an anderen Stellen senken, da die Grunderwerbsteuer immer anfällt. Um Kosten zu sparen, kann man beispielsweise ohne Makler kaufen, womit die übliche Courtage komplett entfällt. Auch ein niedrigerer Kaufpreis, der im Rahmen von Preisverhandlungen erzielt wird, drückt die Kaufsumme merklich.

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