Ältere Häuser haben einen ganz besonderen Charme. Nicht jedermann legt Wert auf eine ultramoderne Bauhaus-Optik, sondern fühlt sich in einem Haus mit eigener Geschichte wohler. Zu den Vorteilen gebrauchter Häuser gehört natürlich auch ihre Lage in einer gewachsenen Wohnumgebung, die kein Neubaugebiet ist. Auch die Ausstattungen älterer Gebäude haben oft ein ganz besonderes Flair – zum Beispiel ein Parkettboden, der sich optimal aufarbeiten lässt, oder ein Grundriss, wie man ihn heute nicht mehr findet. Insbesondere weil ein gebrauchtes Haus deutlich günstiger ist als ein Neubau werden die Modernisierungskosten für solche Immobilien jedoch leider häufig unterschätzt. Hier sollten Laien vor dem Kauf durchaus den Rat eines Bauingenieurs oder Architekten einholen und sich die zu erwartenden Modernisierungskosten aufstellen lassen. Häufig ist das Gebrauchthaus-Schnäppchen dann leider keins mehr.

Beim Gebrauchthaus-Kauf genau hinsehen

Deutlich unterschätzte und zu niedrig angesetzte Modernisierungskosten gehören zu den häufigsten Fehlern beim Hauskauf. Nicht nur alte Elektroinstallationen und Schimmel können die Kosten hier gewaltig nach oben treiben. Unter Umständen müssen Käufer dann vielleicht sogar nachfinanzieren, weil das ursprünglich veranschlagte Kreditvolumen für die Sanierung nicht ausreicht. Auch wenn längst nicht jede gebrauchte Immobilie durch die Modernisierung unterm Strich teurer wird, lohnt es sich genau hinzusehen und gegebenenfalls einen Fachmann hinzuzuziehen. Der Renovierungsbedarf versteckt sich dabei häufig an den folgenden Stellen:

Bausubstanz
Eine in Mitleidenschaft gezogene Bausubstanz ist für Laien leider oft unsichtbar. Hierbei kann es sich um Schäden durch Feuchtigkeit handeln und von Pilzen befallenes Holz. Nicht selten treten auch statische Risse wie Setzungsrisse auf, die treppenförmig von der Fassade verlaufen. In allen Fällen sollte der Modernisierungsaufwand im Vorfeld genau kalkuliert werden.

Elektroinstallation
In jedem Haus muss die Elektroinstallation irgendwann mal erneuert werden. Als Richtwert gelten hier maximal 30 Jahre. Dann ist oft eine Erneuerung fällig. In alten Häusern gibt es auch für den Laien erkennbar sehr wenige Steckdosen. Es können sogar die FI-Schutzschalter fehlen. In solchen Fällen muss die Elektroinstallation erneuert werden.

Heizung
Die Energiesparverordnung (EnEV) schreibt einen Austausch alter Heizungen bzw. Heizkessel vor, die vor Oktober 1978 installiert wurden. Alte Heizkessel ab 1985 müssen nach der neueren EnEV ebenfalls getauscht werden. Eine neue Heizung ist für Hauskäufer aber nicht nur ein notwendiges Übel, sondern ermöglicht auch eine Anpassung an moderne Standards – beispielsweise mit einer Fußbodenheizung.

Schimmel
Die Spuren von Schimmel findet man in älteren Objekten häufig in den Ecken, bei den Heizkörpern oder auch im Badezimmer. In diesem Fall empfiehlt sich die Analyse einer sogenannten Abklatschprobe und eine anschließende Aufstellung der Renovierungskosten zur Schimmelbeseitigung.

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