Derzeit erfreut sich ein fast vergessener Hausbautyp einer steigenden Beliebtheit: das Reihenhaus schließt städtebauliche Lücken und ermöglicht einen günstigen Hausbau auf einem kleinen Grundstück. Haftete dem Reihenhaus in den letzten Jahrzehnten ein eher spießbürgerliches Image an, gewinnt das Reiheneinfamilienhaus heute wieder zunehmend an Bedeutung. In den Städten werden Reihenhäuser heute als sogenannte Townhouses vermarktet und sind bei Immobilieninteressenten sehr beliebt.

Kleine Geschichte des Reihenhauses

Das Reihenhaus (Terraced House) ist charakteristisch für das Stadtbild in England. Das Ziel der englischen Gartenstadtbewegung war es, Wohnraum im Umland der Städte zu schaffen, wo die Preise zu teuer und die Wohnqualität zu schlecht war. Dieses Wohnkonzept fand auch in Deutschland zum Ende des 19. Jahrhunderts einen großen Anklang, womit in Berlin oder Hamburg ganze Wohnviertel neu entstanden. Zu den Blütezeiten der Reihenhaus-Architektur gehören schließlich die 1950er- und 1960er-Jahre, als die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum stark anstieg. Heute gewinnt die Reihenhausbauweise auch in innerstädtischen Lagen wieder an Bedeutung, da sich selbst auf kleinsten Grundstücken architektonisch anspruchsvolle Bauprojekte umsetzen lassen.

Besonderheiten von Reihenhäusern

Das Reihenhaus bildet mit anderen Häusern ähnlicher Bauweise eine geschlossene Reihe, wobei die einzelnen Häuser aber auch leicht versetzt angeordnet sein können. Die Reihenhäuser grenzen seitlich aneinander. Die beiden letzten Häuser einer solchen Reihe werden als Reihenendhäuser bezeichnet. Die moderne Architektur ermöglicht trotz der fensterlosen Seitenwände eine anspruchsvolle und lichtdurchflutete Gestaltung von Reihenhäusern mit großen Fensterfronten. Mit älteren Gebäuden, die manchmal etwas düster wirkten, haben moderne Reihenhäuser kaum noch etwas gemeinsam. Mit einem offen gestalteten Grundriss wirkt auch ein Reihenhaus auf kleinstem Grundstück überraschend weiträumig. Die einzelnen Etagen eines Reihenhauses werden durch Treppen miteinander verbunden, die möglichst platzsparend konzipiert, aber dennoch bequem begehbar sein sollten.

Vorteile von Reihenhäusern

Das Reihenhaus ist deutlich günstiger als ein klassisches Einfamilienhaus. Ein Reihenhaus lässt sich auf einer kleineren Grundstücksfläche errichten und auch die Baukosten sind durch die an andere Häuser angrenzende Bauweise niedriger. Weil die Häuser Wand an Wand stehen, kann das Reihenhaus zudem mit einer guten Energiebilanz überzeugen. Mit einem bezahlbaren Reihenhaus können sich heute auch anspruchsvolle Bauherren ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen: auch Reihenhäuser mit einer ähnlich aussehenden Fassade können im Innenbereich ganz unterschiedlich geplant werden. Möglich ist hier ein offenes Wohnen mit in den Raum integrierten Treppen ebenso wie eine klassische Raumaufteilung. Mit bodentiefen Fenstern lässt sich sogar der Keller ausbauen und als lichtdurchfluteter Wohnbereich nutzen.

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