Vor Jahren gehörte der Hauskauf mittels Lebensversicherung zur Normalität. Heute – zu Zeiten extrem tiefer Zinsen – lohnt sich jedoch jene Finanzierung nicht. Während Lebensversicherungen vor wenigen Jahren noch mit Zinssätzen von bis zu 7 Prozent ausgestattet waren, sind es heute gerade einmal garantierte 1,25 Prozent.

Der Zinssatz bei Lebensversicherungen liegt bei rund 1,25 Prozent

Steuervorteile sind weggefallen, Renditen zurückgegangen – Baufinanzierungen, die auf Lebensversicherungen basieren, stellen heute ein Verlustgeschäft dar. Denn die Rechnung, dass mit dem Ertrag der Lebensversicherung der Baukredit mittels Sondertilgung abgelöst werden kann, ist de facto unmöglich. Vor Jahren war es, auf Grund der hohen Zinsen (6 bis 7 Prozent), keine Seltenheit, offene Kredite mittels der Erträge aus der Lebensversicherung zu bezahlen.

Kredite sind so günstig wie noch nie

Die Kreditraten waren sehr klein, weil nur die Zinsen bezahlt wurden; finanzieller Gewinn war möglich, wenn der Kreditzins am Ende günstiger als die Rendite der Lebensversicherung war. Heute liegt der Garantiezins bei 1,25 Prozent. Ein signifikanter Kapitalaufbau ist de facto nicht mehr möglich. Auch der Versicherungsertrag bei Auszahlungen ist nicht mehr zur Gänze steuerfrei, sodass auch hier Abschläge miteinberechnet werden müssen. Heute raten viele Experten von derartigen Kombifinanzierungen mit Lebensversicherungen ab. So auch Stephan Scharfenorth, einem Baugeldvermittler eines großen Online-Vergleichportals. Baufinanzierungen gibt es heute bereits für einen Zinssatz um 1 Prozent; Finanzierungen, die über 250.000 Euro betragen, können mit zwei Prozent und einer monatlichen Tilgung von rund 650 Euro abgeschlossen werden. Dasselbe Darlehen hätte vor Jahren noch 1.450 Euro im Monat an Raten verursacht. Wer heute einen Hausbau plant, sollte so schnell wie möglich reagieren und darauf achten, einen langfristigen Vertrag zu unterzeichnen; so ist der Hausbauer mit Sicherheit – was die günstigen Konditionen betrifft – auf der sicheren Seite.

Annuitätenkredite verursachen die geringsten Kosten

Immobilienkäufer profitieren vom sogenannten Annuitätenkredit, weil dieser nicht nur sehr geringe Zinsen aufweist sondern auch geringe Gesamtkosten verursacht. Wird die Finanzierung mittels Lebensversicherung gewählt, kann der Baukredit erst am Laufzeitende getilgt werden. Der Nachteil: Zinsen müssen auf die gesamte Dauer und das gesamte Darlehen bezahlt werden. Heute sind Lebensversicherungen, die Baufinanzierungen unterstützen, wenig attraktiv. Besteht Eigenkapital, sollten Hausbauer die derzeitige Situation nutzen; so günstig wie heute wird es wohl so bald keine Kredite mehr geben. Heute können sehr wohl langfristige Verträge – mit sehr günstigen Konditionen – abgeschlossen werden. Eine Baufinanzierung mit einer Laufzeit von 20 Jahren liegt derzeit bei rund 2 Prozent Zinsen; bei einer Darlehenssumme von 200.000 Euro, bei etwa 1,65 Prozent (Allianz).

Die Frage nach dem Eigenkapital

Wer hingegen noch Eigenkapital benötigt, sollte auf diverse Sparpläne und Festgelder bauen. Festgeld wird derzeit mit einem Zinssatz von 1,4 Prozent verzinst. Sparpläne werfen derzeit rund 2 Prozent ab. Prozentsätze, die deutlich höher als jene des Garantiezinses von heutigen Lebensversicherungen sind. Zudem muss beachtet werden, dass bei Lebensversicherungen auch noch laufende Gebühren sowie Abschlusskosten anfallen; Festgeld oder auch Sparpläne sind im Regelfall kostenfrei.

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