Kein Käufer oder Verkäufer einer Immobilie kommt am Grundbuch vorbei. In dem amtlich geführten Register werden alle Eigentumsverhältnisse von Grundstücken erfasst. Wenn eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus seinen Besitzer wechselt, erfolgt darüber eine Eintragung im Grundbuch.

Wissenswertes zum Grundbuch

In einem Grundbuch werden alle Grundstücke eines Bezirkes erfasst. Jedes Grundstück erhält im Grundbuch ein sogenanntes Grundbuchblatt, mit dem die Eigentumsverhältnisse erfasst werden. Alle Änderungen der Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks wie ein Verkauf, eine Belastung oder Übertragung werden im Grundbuch aufgeführt. In fast allen Bundesländern sind die Amtsgerichte als Grundbuchämter ihres Bezirks zuständig. Mit dem EDV-Grundbuch konnte das Grundbuchverfahren beschleunigt werden. Das Register ist in insgesamt drei Abteilungen untergliedert, die sowohl die Eigentümer und Erbbauberechtigten, die Lasten und Grundpfandrechte des jeweiligen Grundstücks verzeichnen. Wenn eine Eintragung im Grundbuch gelöscht wird, bleibt sie dort weiterhin als Vermerk stehen. Bereits in der Antike gab es mit dem Steuerkataster dokumentierte Vorläufer eines Grundbuchs.

Grundbucheintragung beim Hauskauf

Mit dem Grundbucheintrag wechselt eine Immobilie offiziell ihren Besitzer. Wer eine Immobilie erwirbt oder verkauft, muss grundsätzlich eine Grundbucheintragung im Grundbuch durchführen lassen. Dafür benötigen Käufer und Verkäufer einer Immobilie die Hilfe eines Notars, der die Erklärung notariell beglaubigt. Eine Eintragung ins Grundbuch erfolgt nur dann, wenn eine notariell beglaubigte Erklärung über den Erwerb oder Verkauf vorliegt. Die Eintragung ins Grundbuch kann sowohl von Käufern als auch von Verkäufern eine Immobilie durch den Notar beantragt werden.

Kosten einer Grundbucheintragung

Die Kosten für den Eintrag ins Grundbuch und für die Dienstleistung des Notars werden zu den sogenannten Kaufnebenkosten gezählt. Diese Kosten fallen zusätzlich zu dem vereinbarten Kaufpreis einer Immobilie an. Neben den Grundbuch- und Notarkosten zählen die Grunderwerbsteuer und Maklerprovisionen zu den Nebenkosten beim Hauskauf. Auf den Grundbucheintrag entfallen dabei etwa 1,5 Prozent des Kaufpreises.

Grundbuchkosten ermitteln

Wer die anfallenden Grundbuch- und Notarkosten für einen Hauskauf ermitteln möchte, kann verschiedene Rechner im Internet nutzen. Mithilfe dieser Rechner können sich Interessenten einen schnellen Überblick über die anfallenden Kaufnebenkosten verschaffen.

Grundbuchauszug anfordern

Das Grundbuch ist nicht öffentlich, sondern kann nur von Personen mit einem berechtigten Interesse eingesehen werden. Ein berechtigtes Interesse haben Eigentümer einer Immobilie und Personen, die ebenfalls im Grundbuch aufgeführt werden. Auch mit einer Vollmacht eines Immobilieneigentümers kann ein Grundbuchauszug angefordert werden. Das automatisierte Abrufverfahren ermöglicht heute eine schnelle Einholung des Auszugs für Behörden, Gerichte, Notare und andere Personen, die hierfür eine Vollmacht vorweisen können.

 

 

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